Traumatherapie

 

Trauma

 

Ein Trauma (griechische Übersetzung: Wunde/Verletzung) ist immer ein Ereignis, welches zu schnell und zu viel für das Nervensystem des betroffenen Menschen ist. Es übersteigt seine normalen Verarbeitungskapazitäten. Sprich: das was passiert, durchbricht die Grenzen des Betroffenen und ist für ihn nicht integrierbar. 

Mögliche Beispiele: 

  • Vor- und nachgeburtliche Traumatisierungen, wie starker Stress der Mutter während der Schwangerschaft, Verlust des Zwillings im Mutterleib, eine schwierige Geburt, Brutkasten oder lange Trennung von der Mutter nach der Geburt/Krankenhausaufenthalte 
  • Emotionale Traumata, wie starke Vernachlässigung, mangelnde Liebe, körperliche und seelische Misshandlungen oder die Trennung der Eltern 
  • Sexuelle Übergriffe, Missbrauch oder Vergewaltigung 
  • Schwere Krankheiten 
  • Nahtoderfahrungen 
  • Unfälle
  • Operationen und Narkosen 
  • Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Tsunami 
  • Krieg, Folter und Entführung

Wichtig:

Es müssen nicht immer die „großen“ Ereignisse in einem Leben sein, die traumatisieren, es kann auch der kleine Fahrradsturz des 9-jährigen Kindes sein, der traumatisiert, weil er zu schnell und nicht vorhersehbar war, weil die Wunde blutet und keine erwachsene Bezugsperson da ist, die tröstet. D.h. auch scheinbar „banale“ Dinge können traumatisieren. Wohingegen nicht jeder Unfall, nicht jede OP zu einem Trauma führen muss. Ob aus einem Ereignis ein Trauma wird, hängt immer auch von der eigenen Resilienz (Widerstandskraft) ab. 

Nicht jedes Trauma ist erinnerbar, häufig hat ein Mensch einfach Symptome: 

  • Depressionen
  • Burnout 
  • Angst, Panik und Phobien 
  • Psychosomatischen Erkrankungen, wie Schlafstörungen, Migräne, ständige Kopf- und Rückenschmerzen 
  • permanente Anspannung und Alarmbereitschaft 
  • erhöhte Reizbarkeit und/oder Wutanfälle 
  • Vermeidung bestimmter Situationen 
  • Albträume und/oder Flashbacks (wiederkehrende Erinnerungsfetzen) 
  • Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten 
  • Amnesien – fehlende Erinnerungen, z.B. an wichtige Teile der Kindheit 
  • Das Gefühl von Entfremdung gegenüber sich und der Welt 
  • Unfähigkeit stabile Beziehungen einzugehen 
  • Suchtproblematik 
  • Lebens- und Sinnkrisen

Die genannten Symptome sind unvollständiger Natur. Trauma kann alles und jedes Symptom verursachen. Es kann sich auch einfach darin zeigen, dass das Leben, z.B. beruflich, nicht gelingt, egal, wie sehr man sich müht. 
Ein Trauma ist immer im Nervensystem gebunden, deshalb setze ich hier an und deshalb helfen normale Gesprächspsychotherapien bei Trauma so oft nicht weiter.


Was ist nun Somatic Experiencing (SE)?
 

Somatic Experiencing® ist ein körperorientiertes Traumatherapieverfahren. Es wurde von dem amerikanischen Biophysiker und Psychologen 
Dr. Peter Levine begründet:

„Ein Trauma ist im Nervensystem gebunden. Durch einschneidende Ereignisse hat es seine volle Flexibilität verloren. Wir müssen ihm deshalb helfen, wieder zu seiner ganzen Spannbreite und Kraft zurück zu finden.“

Mehr dazu auf der öffentlichen Seite des SE-Verbandes/Deutschland, 
siehe auch www.somatic-experiencing.de.

Letztendlich werden Sie durch unsere gemeinsame therapeutische Arbeit zu dem Menschen, der Sie wirklich sind – unabhängig von Trauma. Sie finden zu Ihrer Essenz.

Was ist EMDR?

EMDR – Eye Movement Desensitization and Reprocessing – zu deutsch: Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegungen – wurde ursprünglich von Dr. Francine Shapiro, einer US-amerikanischen Psychologin und Verhaltenstherapeutin entwickelt. EMDR wurde offiziell von der WHO als wirksames Traumatherapieverfahren zur Behandlung Posttraumatischer Belastungsstörungen anerkannt. Seine Wirksamkeit ist wissenschaftlich mehrfach bewiesen.

EMDR arbeitet mittels der bilateralen Stimulation beider Gehirnhälften, durch bestimmte Augenbewegungen oder taktile oder akustische Reize. Durch die bilaterale Stimulation kommt es zu einer Neuverarbeitung von belastendem traumatischem Material und zu einer Reintegration. Ziel ist es das belastende traumatische Geschehen so zu verarbeiten, dass es im Gehirn dauerhaft abgelegt werden kann. So können traumabedingte Symptome, wie Flashbacks, Ängste, Übererregtheit, Schlafstörungen, missliche Körperempfindungen e.t.c. verschwinden.

EMDR wurde ehemals für Monotraumen (ein einzelnes Trauma), wie ein Unfall, eine Vergewaltigung, die Nachricht vom Tod eines Angehörigen oder die Diagnostizierung einer schweren Krankheit e.t.c entwickelt. Darüber hinaus eignet es sich besonders gut bei Tinnitus und Phobien, wie Zahnarztangst. Dafür wende ich es auch an!

Komplexe Traumatisierungen (mehrere Traumatisierungen, insbesondere in Kombination mit Bindungstraumen/frühen kindlichen Traumatisierungen) behandle ich eher mit Somatic Experiencing.